Kuschelbuntes Strickwerk

Vermutlich kennen viele Spinnerinnen diesen Effekt: Man hat einen wunderschönen bunten Kammzug versponnen und fragt sich, ob das Garn für mehr als ein Tuch reichen wird.

Oder es reicht noch nicht einmal für ein größeres Tuch, und wer braucht schon so viele Pulswärmer? Und wer hat schon wirklich Lust, planvoll 1kg einer Faser hintereinander zu verspinnen?!

Ich bewundere die disziplinierten Projektplanerinnen. Aber ich werd in meinem Leben wohl keine mehr. Daher tendiere ich dazu, verschiedenste Garne zu kombinieren und leg dann einfach drauflos. Wie hier:

Einen schönen bunten Bluefaced Leicester mit Seide Kammzug (gut 200g) hatte ich im Urlaub versponnen. Das Garn gefiel mir so gut, dass es nicht lange unverstrickt bleiben sollte.

Nur reicht es natürlich mal wieder für nichts Größeres. Gern wollte ich einen langärmligen Pulli versuchen. Aber selbst für kurze Ärmel wäre die Garnmenge zu knapp.

Aber mein Motto ist ja: Bunt ist gut. Und Ausprobieren geht über Planen. Ich hatte da doch noch ein naturfarbenes BfL-Garn, das von der Stärke her passen müsste… hmmmm ….. 🙂

Dies ist also mein aktuelles Strickprojekt.

Ich habe ungefähr die Hälfte des bunten Garns verstrickt. Der untere Teil des Körpers wird erst einmal weiter in Naturbraun gestrickt, mit dem ein oder anderen bunten Ringel drin. Für die Ärmel stelle ich mir vor, die Farbkombi umzudrehen. Oben naturfarben weiter und dann ein langes buntes Rippbündchen dranstricken.

Von der Form her wollte ich eigentlich einen „Tschilp“ stricken, da der „Eeek“ so gut geklappt hatte. Die beiden Strickmuster sind zusammen mit dem „Zalp“ als e-book „Birdsongs“ auf Ravelry zu kaufen. Das Grundprinzip der Pullis ist ähnlich, aber die Ausführungen sind unterschiedlich.

Das Garn war aber für den extrabreiten Ausschnitt des „Tschilp“ zu weich, der klappte immer weg.

Stattdessen wird es jetzt ein Mischmasch aus zwei Anleitungen.  Angefangen habe ich frei nach „Eeek“ ohne Rippmuster neben dem Ausschnitt. Weitergestrickt habe ich nach der Ärmelabtrennung im Stil des „Zalp“, da wird durch ein langes Rippenmusterbündchen eine Taillierung erreicht. Auch die Ärmel werden mit extralangem Rippbündchen gestrickt.

Wie das hinterher aussehen wird und ob ich es nicht doch zu groß oder zu klein stricke .. ich bin gespannt!

Kuschelweich und quietschebunt ist das gute Stück aber jetzt schon – ein guter Anfang!

Advertisements

Mein erstes Navajoverzwirntes

Image                 IMG_1995

Aus einer selbstgefärbten Wolle/Seide Mischung habe ich einen dünnen Single gesponnen. Da ich die Farben so hübsch finde und den Farbverlauf erhalten wollte, habe ich ausnahmsweise mal 3fädig gezwirnt und das Navajozwirnen ausprobiert.

Mein Garn  hat noch so einige Macken, da mir anfangs ab und an der Single gerissen ist beim Zwirnen. Als ich den Dreh aber mal so richtig raus hatte, flutschte es wie von selbst. Vom Ergebnis bin ich etwas überrascht: Auf 53g dieses ersten Stranges habe ich ca. 390m Lauflänge herausbekommen im Dreifachzwirn! Das war gar nicht so geplant.

Ich vermute, dass ich mich einfach noch nicht daran gewöhnt habe, wie dünn die Wohlfühlspinnstärke beim 2fädigen Antrieb meines Tom-Rades ist. Ich habe noch 2/3 des Kammzugs vor mir. Da kann ich mir ja schonmal überlegen, was ich aus soviel buntem Lacegarn stricken möchte 🙂

Multnomah

Image

Dieses Multnomah Tuch habe ich aus selbstgesponnenem Lace-Garn gestrickt. Das Garn ist zweifädig, aus einem schwarzen Seidensingle und einem bunten Merinosingle gezwirnt. Es ist ein tolles Sommertuch geworden, und diese Kombination Seidefaden/Merinofaden werde ich bestimmt wiederholen. Es ist weich und leicht, hat durch die Seide aber einen sehr angenehmen „Griff“. Ich habe sogar noch ausreichend Garn für ein zweites Tuch. Nur welches?!

20130524-231615.jpg