Reisespinnrad Victoria

 

Victoria kommt an

Victoria kommt an

 

Im Sommer wollen wir ein paar Wochen mit dem Reisemobil meiner Schwiegereltern durch die Gegend ziehen.

Ein paar Wochen nur mit Handspindeln. Hm. Klingt irgendwie doof..

Relativ spontan beschloss ich, dass ein Louet Victoria S96 zu diesem Zweck bei mir einziehen darf. So klein verpackt bekommt man selten ein Spinnrad, und im Gegensatz zu anderen sehr attraktiven Reiseradvarianten wie Anna oder Michi ist es auch sofort verfügbar.

Heute ist es angekommen, und eins kann ich schonmal behaupten: Die Größe scheint campertauglich!

Als Zubehör habe ich die Tragetasche mit Rucksackriemen und zwei zusätzliche Spulen mitbestellt. Eine kleine Lazy Kate und 3 Spulen sind im Lieferumfang enthalten.

wirklich klein!

wirklich klein!

 

Die ersten Probemeter habe ich auf dem Victoria bereits hinter mir, und ich bin bisher recht zufrieden. Eine Tritt knarzt momentan ein wenig, da muss ich mal geeignetes Schmiermittel für die Gummi-Holz Verbindung suchen. Die Spulenbremse lässt sich gut einstellen, fein spinnen und etwas dicker spinnen … flutscht!

Das Rad steht sehr stabil sowohl auf Holzboden wie auch auf Teppich, doch durch sein leichtes Gewicht von unter 4kg lässt sich ein leichtes „Nicken“ während des Spinnens bemerken. Das tut der Sache aber keinen Abbruch und stört beim Spinnen nicht wirklich. Dafür kann man es am praktischen Ledertrageriemen mal eben von A nach B tragen, und gefaltet ist es kaum zu glauben, dass ein Spinnrad sich so klein machen kann.

Zur Technik nur ganz kurz: Das Rad ist spulengebremst und mit dem normalen Flügel verfügt es über 3 Übersetzungen von 6:1, 9:1 und 13:1. Ein Schnellspinnflügel ist als Zubehör erhältlich.

Ich werde auf jeden Fall im Herbst berichten, ob die Kleine wirklich so campertauglich ist, wie ich mir das jetzt vorstelle 🙂

Ich nehme übrigens gern Vorschläge für wollige Ausflugsziele Richtung Niederlande/Nordfrankreich etc. entgegen. Wo genau wir langwollen ist noch unklar, außer: Gen Westen. Vielleicht an der nördlichen Küste lang?

 

 

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Färben mit Baumrinden

Was man so findet, wenn man seinen Abstellraum aufräumt:

Ein Päckchen Faulbaumrinde, das eine Freundin mir mal zum Färben geschenkt hatte, sprang mir ins Auge. Ach ja, und da war ja noch der Eimer mit Kaltbeize…da hatte ich doch Wolle eingelegt…

Kurze Zeit später brodelte mein alter Emaille-Einwecktopf mit Rindenstückchen vor sich hin. Abgeseiht ergab das dann eine bräunliche Brühe, die ich als Farbflotte zum Färben der gebeizten Wolle verwendete.

Das Ergebnis auf süddeutscher Merinowolle war orange statt wie erwartet goldbraun. Aber das Pflanzenfärben steckt ja bekanntlich voller Überraschungen.

Nach dem Trocknen kardierte ich das Ergebnis mit naturbrauner Bluefaced Leicester Wolle zu fluffigen Batts und beschloss, dass ich weitere Experimente wagen könnte.

Einige Tage später bemerkte ich, dass meine Nachbarn ihren Apfelbaum recht großzügig ausgeschnitten hatten.

Apfelbaumrinde… da war doch was? Gedacht, abgeschält, eingeweicht, ausgekocht, gefärbt.

Das hier kam bei meiner Färbung mit frischer Apfelbaumrinde heraus – ich bin schwer begeistert! Ich glaub, ich muss gucken, ob da immer noch Zweige liegen und mir einen kleinen Vorrat anlegen.

Die ersten Batts der Orangefärbung sind schon als dünner Single auf meinem Tom gelandet. Der Plan ist, aus den 600g ein dreifädiges Garn zu spinnen, das dann vielleicht mal ein Pulli werden kann. Oder eine Jacke? Wenigstens eine Weste!

Bestrickt

Ich gehöre leider (noch) zu den „Kleinzeugsstrickern“. Ich stricke meist Socken, Tücher oder sonstige kleinere Projekte, für die man möglichst nur 1-2 Strang Garn benötigt.

Umso begeisterter bin ich, dass ich tatsächlich ein tragbares Oberteil nicht nur geplant und angefangen, sondern zu Ende gestrickt habe. Gern wollte ich einen Raglan-von-oben (RVO) mit dem Atelier Zitron Kimono Garn stricken. Da dieses Garn zu 46% aus Seide besteht, bietet es sich für einen Sommerpulli an.

Mein Stöbern in passenden Anleitungen hat den „Eeek“ zutage gebracht. Passende Garnstärke, nicht zu verschnörkelt, und vor allem eine Konstruktion mit möglich wenig Fertigstellungsaufwand. Noch nicht einmal für den Halsausschnitt müssen zum Schluss Extramaschen aufgenommen werden.

Aus meiner Garnfärbung in zweierlei Farbtönen habe ich mir das bläulichere Lila ausgesucht.

Lilapink und Flieder auf Kimono gefärbt

Lilapink und Flieder auf Kimono gefärbt

Und zwei Wochen später hatte ich tatsächlich ein tragbares Ergebnis. Ich bin sehr zufrieden mit der Passform; sehr erleichtert, dass ich es geschafft habe, die richtige Größe zu stricken. (Das Tragefoto wurde nachts bei Kunstlicht gemacht und gibt die Farbe leider gar nicht gut wieder). Der Garnverbrauch lag für Größe M bei nur knapp 270g.

nicht farbecht, aber dafür ein Tragefoto

nicht farbecht, aber dafür ein Tragefoto

Das Strickmuster ist sehr gut geschrieben. Besonders toll finde ich den Halsausschnitt, der sich durch das verwendete Maschenbild gleich richtig ordentlich benimmt und nicht hinterher durch ein Bündchen in Form gebracht werden muss.

Ich hoffe, dass ich den Pulli so oft tragen werde, wie ich mir das jetzt vorstelle. Falls ja, folgt vielleicht noch ein zweiter Eeek 🙂

Die Pinkfärbung wird in den Shop wandern. So großartig wie ich die Farbe finde, wurde mir allseits immer wieder gern bestätigt, dass sie mir nicht so gut steht als Oberteil. Seufz…

 

Gruß vom Frühlingsmaler

Die Vögel zwitschern morgens, die Sonne lachte diese Woche schon so richtig frühjahrsmäßig, und auch mein Fahrrad wurde schon etwas bewegt.

Eigentlich ist Ende Februar ja noch alles drin, was Frost und Schnee angeht. Aber ich finde, der Frühling liegt in der Luft. Auf Winter bin ich gar nicht mehr eingestellt!

Inspiriert vom Sonnenschein habe ich diese Woche fleißig in Farbtöpfen gerührt und einen Schwung kuschliger Kammzüge gefärbt.

Heute zeige ich den „Gruß vom Frühlingsmaler“, gefärbt auf Shetland/Tussahseide. Vielleicht lockt dieser Kammzug ja bald die leuchtenden lila Krokusse und strahlend blauen Primeln hervor, an die er mich erinnert 🙂

 

Gegen herbstlichen Trübsinn

.. helfen Farben!

Ich war fleißig, und das wird auch Zeit. Denn nicht nur möchte ich auf dem Steller Weihnachtsmarkt meine Garne vorstellen; morgen werde ich eine Abordnung der Wollkesselgarne auch noch in das Wollgeschäft meines Vertrauens tragen. Dazu berichte ich mehr, wenn sie es sich dort gemütlich eingerichtet haben – uns wurde ein kuscheliges Plätzchen angeboten 🙂

Ich habe dieser Tage die jetzt in echter Kuschelqualität bei mir eingetroffene Zitron High Twist „Luxussockenwolle“ gefärbt und die „Triologie“.

„Triologie“ nennt sich die neue 4fädige Qualität aus dem Hause Zitron, die ich besonders spannend finde: aus reinen Naturfasern ist dieses laut Hersteller sockentaugliche Garn entstanden. Neben 75% feiner Merinoschurwolle sind 15% Seide und 10% Leinen mit von der Partie – eine vom ersten Eindruck her sehr gelungene Triologie!

nasses Triologie Trio

nasses Triologie Trio

Ich werde testweise ein Paar Sommersocken daraus stricken, obwohl ich das Garn eigentlich viel zu schade für die Füße finde und auch noch ein Tuch daraus anpeile.

Nur welches? Habt Ihr gute Vorschläge?

 

 

 

Mäh.

Dieses niedliche Schafi habe ich bei Ravelry entdeckt. Meine Töchter sind ganz begeistert und wollten es gleich adoptieren; aber das Schaf wird in ein kleines Päckchen wandern und auf Reisen gehen 🙂

Die Herbstferien haben mich färbetechnisch ziemlich ausgebremst. Ich stelle fest, dass meine Küche, die ja auch meine Färbeküche ist, nur dann ein guter Ort zum Färben ist, wenn nicht ständig Leute ein und aus gehen. Ständig steht etwas herum, irgendwas lenkt immer ab. Aber morgen geht bei uns die Schule wieder los, und die ruhigen Stunden im Haus kann ich dann wieder sinnvoll nutzen.

Ich war aber nicht ganz untätig. Eine Freundin, normalerweise auch eher im Buntlook, meldete dringenden Bedarf an Dezentgarn an. Also habe ich für uns ein frisches Grau in Grau gefärbt. Denn auch ich könnte ein Tuch brauchen, das zu allem passt und nicht so auffällig quietscht. Ab und an will frau ja auch seriös aussehen. Soll vorkommen.

Gefärbt habe ich zwei Strang Filigran Lace (im Hintergrund) und einen Strang High Twist. Die Garne gefallen mir sehr gut in ihren unterschiedlichen Graukleidern. Aber beim Färben ist mir aufgefallen, dass meine zweite Lieferung High Twist von Atelier Zitron sich anders anfühlt als die ersten zehn Stränge, die mir ins Haus kamen.

Ich hatte die erste Charge High Twist gespannt erwartet, da ich so viel Gutes über das Garn gelesen hatte. Und tatsächlich fühlte es sich auch etwas schmeichelnder an als die normale Trekking Qualität. Doch so ganz konnte ich die Begeisterung nicht verstehen, denn so kuschelig wie beschrieben konnte ich das Garn nicht finden.

Und nun? Das Garn, das diesmal in der High Twist Tüte liegt, ist deutlich … puscheliger? … als meine erste Lieferung. Es scheint schon das gleiche Garn zu sein, aber es ist etwas kuschliger, „wattiger“ und weicher. Was mich natürlich zu der Frage verleitet, was bei meiner ersten Garnlieferung wohl im Argen lag. Es waren ja nur 10 Stränge, es ist bereits alles gefärbt und ein paar Stränge sind verkauft.

Ich werde wohl die alten Stränge rabattieren und mit einem kleinen Fragezeichen versehen. Jetzt noch mit einer Reklamation um die Ecke zu biegen scheint mir recht sinnlos, aber wer bei mir einen solchen Strang aus der ersten Lieferung erworben hat, dem biete ich gern nachträglich einen Euro Rabatt an.

Die gute Nachricht ist natürlich, dass ich jetzt verstehen kann, was an der High Twist Qualität so toll ist. Ich freue mich schon sehr auf meinen neuen TGV, den ich gerade in dezent Grau in Dunkelgrau aus meinem Kuschelgarn stricke. Die Form des TGV finde ich richtig klasse: genug Tuch, um am Hals schön zu wärmen, und an den Enden lang und beim Herunterhängen sich niedlich eindrehend. Sehr empfehlenswert 🙂

Katzen

… und Strickzeug. Vertragen sich nicht immer. Bisher habe ich aber keine großen Verluste zu beklagen 🙂